Hörstörungen bei Kindern
in Bonn
Vom Neugeborenen Hörscreening bis hin zur Diagnostik bei Sprachentwicklungsstörungen bieten wir auch umfangreichende Hördiagnostik an.
Hörstörungen bei Kindern – früh erkennen, Entwicklung fördern
Warum gutes Hören für Kinder so wichtig ist
Hören ist die Grundlage für die Sprachentwicklung, das Lernen und die soziale Entwicklung eines Kindes. Bereits in den ersten Lebensmonaten beginnt das Gehirn, Sprache zu verarbeiten. Wird eine Hörstörung nicht früh erkannt, kann dies die Sprachentwicklung, die Kommunikation und den späteren schulischen Erfolg beeinträchtigen.
Aus diesem Grund wird in Deutschland allen Neugeborenen ein Neugeborenen-Hörscreening angeboten. Diese Untersuchung findet in der Regel bereits in den ersten Lebenstagen in der Geburtsklinik oder bei einer ambulanten Geburt statt. Ziel ist es, angeborene Hörstörungen möglichst früh zu erkennen, damit eine notwendige Behandlung oder Förderung rechtzeitig beginnen kann. Zeigt das Screening einen auffälligen Befund, bedeutet dies nicht automatisch eine dauerhafte Hörstörung – es sollte jedoch zeitnah durch eine spezialisierte Diagnostik abgeklärt werden.
Auch nach einem unauffälligen Hörscreening können sich Hörstörungen im weiteren Kindesalter entwickeln. Deshalb sollten Auffälligkeiten beim Hören oder in der Sprachentwicklung immer ärztlich untersucht werden.
Welche Hörstörungen können bei Kindern auftreten?
Hörstörungen im Kindesalter können angeboren oder im Laufe der Entwicklung erworben sein. Je nach Ursache unterscheidet man verschiedene Formen.
Schallleitungsschwerhörigkeit
Diese Form entsteht, wenn Schall nicht ausreichend bis zum Innenohr weitergeleitet wird. Häufige Ursachen sind:
- Paukenergüsse (Flüssigkeit hinter dem Trommelfell)
- wiederkehrende Mittelohrentzündungen
- vergrößerte Rachenmandeln (Adenoide)
- Ohrenschmalz oder Fremdkörper im Gehörgang
- selten Fehlbildungen des Mittelohres
Die Schallleitungsschwerhörigkeit ist die häufigste Hörstörung im Kindesalter und in vielen Fällen gut behandelbar.
Schallempfindungsschwerhörigkeit
Hier liegt die Ursache im Innenohr oder am Hörnerv. Mögliche Auslöser sind:
- angeborene Hörstörungen
- genetische Ursachen
- Infektionen während der Schwangerschaft oder nach der Geburt
- bestimmte Erkrankungen oder Medikamente
- Lärmschäden
Je nach Ausprägung kann eine frühzeitige Versorgung mit Hörgeräten oder – in geeigneten Fällen – einem Cochlea-Implantat erforderlich sein.
Einseitige Hörstörung
Auch wenn nur ein Ohr betroffen ist, können Kinder Schwierigkeiten beim Richtungshören und beim Sprachverständnis in geräuschvoller Umgebung entwickeln. Deshalb sollte auch eine einseitige Hörminderung sorgfältig abgeklärt werden.
Woran erkennen Eltern eine Hörstörung?
Nicht jede Hörstörung fällt sofort auf. Mögliche Hinweise sind:
- verzögerte Sprachentwicklung
- häufiges Nachfragen
- fehlende Reaktion auf Ansprache oder leise Geräusche
- lautes Einstellen von Fernseher oder Tablet
- undeutliche Aussprache
- Konzentrations- oder Aufmerksamkeitsprobleme
- häufige Mittelohrentzündungen
- Schwierigkeiten im Kindergarten oder in der Schule
Je nach Alter zeigen sich unterschiedliche Anzeichen. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen und die Aufmerksamkeit der Eltern spielen daher eine wichtige Rolle.
Warum eine frühe Diagnostik entscheidend ist
Je früher eine Hörstörung erkannt wird, desto besser kann die Hör- und Sprachentwicklung unterstützt werden. Bereits Säuglinge können mit modernen Untersuchungsverfahren zuverlässig untersucht werden.
Unsere Praxis bietet sowohl die Abklärung auffälliger Neugeborenen-Hörscreenings als auch die Diagnostik bei später auftretenden Hörproblemen an. Dabei setzen wir altersgerechte Untersuchungsmethoden ein, unter anderem:
- Ohrmikroskopie
- Tympanometrie zur Beurteilung der Mittelohrfunktion
- Stapediusreflexe
- Otoakustische Emissionen (OAE)
- Hirnstammaudiometrie (BERA) bei Bedarf
- altersgerechte Hörtests
- Sprachtests bei größeren Kindern
Die Auswahl der Untersuchungen richtet sich nach Alter, Entwicklungsstand und der jeweiligen Fragestellung.
Welche Folgen können unbehandelte Hörstörungen haben?
Bleibt eine Hörstörung unerkannt, kann dies Auswirkungen auf die gesamte Entwicklung haben:
- verzögerte Sprach- und Sprechentwicklung
- Lern- und Konzentrationsschwierigkeiten
- Probleme beim Lesen und Schreiben
- Unsicherheiten im sozialen Umgang
- vermindertes Selbstvertrauen
- schulische Leistungsprobleme
Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung können diese Folgen häufig verhindern oder deutlich verringern.
Gemeinsam für die Hör- und Sprachentwicklung Ihres Kindes
Unser Ziel ist es, Hörstörungen frühzeitig zu erkennen und individuell zu behandeln. Mit einer kindgerechten Diagnostik und einer engen Zusammenarbeit mit Pädaudiologen, Kinderärzten, Hörakustikern sowie bei Bedarf Sprachtherapeuten begleiten wir Ihr Kind auf dem Weg zu einer bestmöglichen Hör- und Sprachentwicklung.
Ob im Rahmen der Abklärung eines auffälligen Neugeborenen-Hörscreenings, bei verzögerter Sprachentwicklung oder bei Verdacht auf eine Hörminderung – wir beraten Sie ausführlich und nehmen uns Zeit für eine sorgfältige Diagnostik. Vereinbaren Sie gerne einen Termin – je früher eine Hörstörung erkannt wird, desto besser sind die Behandlungsmöglichkeiten.