Schwindel und Gleich­gewichts­störungen
in Bonn

In unserer Praxis bieten wir eine umfassende Diagnostik und Therapie von Schwindel und Gleichgewichtsstörungen an.

Wenn das Leben aus der Balance kommt

Schwindel gehört zu den häufigsten Beschwerden in der Medizin. Fast jeder Mensch erlebt im Laufe seines Lebens mindestens einmal eine stärkere Schwindelepisode. Besonders mit zunehmendem Alter nimmt die Häufigkeit zu. Schwindel kann plötzlich auftreten, immer wiederkehren oder über längere Zeit bestehen bleiben. Die Ursachen sind vielfältig und reichen von gut behandelbaren Erkrankungen des Gleichgewichtsorgans bis hin zu neurologischen oder internistischen Erkrankungen.

In unserer Praxis führen wir eine umfassende Diagnostik durch, um die Ursache Ihrer Beschwerden zu erkennen und gemeinsam die passende Behandlung einzuleiten.

Was ist Schwindel?

Schwindel ist keine eigenständige Erkrankung, sondern ein Symptom. Betroffene beschreiben ihre Beschwerden sehr unterschiedlich:

  • Drehschwindel
  • Schwankschwindel
  • Benommenheit oder Unsicherheit
  • Gefühl, gleich zu stürzen
  • Gangunsicherheit

Häufig treten zusätzlich Übelkeit, Erbrechen, Ängste, Ohrgeräusche oder Hörstörungen auf.

Wie häufig sind Gleichgewichtsstörungen?

Schwindel zählt zu den häufigsten Gründen für einen Arztbesuch.

  • Etwa jeder dritte Erwachsene erlebt im Laufe seines Lebens behandlungsbedürftigen Schwindel.
  • Mit zunehmendem Alter steigt die Häufigkeit deutlich an.
  • Bei älteren Menschen gehören Gleichgewichtsstörungen zu den häufigsten Ursachen für Stürze und daraus resultierenden Verletzungen.

Eine frühzeitige Abklärung hilft, schwerwiegende Ursachen auszuschließen und die Beschwerden gezielt zu behandeln.

Akuter, chronischer und episodischer Schwindel

Akuter Schwindel

Akut auftretender Schwindel beginnt meist plötzlich und hält Sekunden bis Tage an. Häufige Ursachen sind:

  • Benigne Paroxysmale Lagerungsschwindel
  • Akute einseitige Unterfunktion (früher Neuritis Vestibularis)
  • Innenohrerkrankungen (zB Morbus Meniere)
  • Autoimmune Innenohrerkankungen
  • Hörsturz mit Schwindel
  • Durchblutungsstörungen oder neurologische Erkrankungen

Plötzlich einsetzender Schwindel mit Lähmungen, Sprachstörungen oder Doppelbildern ist ein medizinischer Notfall und muss sofort abgeklärt werden.

Chronische Gleichgewichtsstörungen bestehen über Wochen oder Monate. Ursachen können sein:

  • Chronische einseitige Unterfunktion
  • beidseitige Funktionsstörung der Gleichgewichtsorgane
  • neurologische Erkrankungen
  • altersbedingte Gleichgewichtsstörungen (Presbyvestibulopathie)
  • funktioneller (persistierender) Schwindel

Bei manchen Erkrankungen tritt Schwindel in wiederkehrenden Anfällen auf.

Dazu gehören unter anderem:

  • Morbus Menière
  • vestibuläre Migräne
  • Benigner Paroxysmaler Lagerungsschwindel
  • Syndrome des dritten mobilen Fensters / Bogengangsdehiszenz
  • Kreislauf- oder neurologische Erkrankungen

Für die Diagnose sind die genaue Beschreibung der Beschwerden sowie deren Dauer und Auslöser besonders wichtig.

Moderne Diagnostik

Die Gleichgewichtsfunktion entsteht durch das Zusammenspiel von Innenohr, Augen, Gehirn und Muskulatur. Deshalb umfasst eine sorgfältige Diagnostik mehrere Bausteine.

Je nach Beschwerden führen wir unter anderem durch:

  • ausführliche Anamnese
  • HNO-ärztliche Untersuchung
  • Hördiagnostik
  • Untersuchung der Augenbewegungen
  • Lagerungsprüfungen
  • Video-Kopfimpulstest (vHIT)
  • Suppresssion Head Impulse Test (SHIMP)
  • Video Nystagmographie (VNG)
  • Cervikale und okuläre vestibulär evozierte Myogene Potenziale (c- und oVEMP)
  • Subjektive Visuelle Vertikale (SVV)
  • Stand-, Gang- und Koordinationstests

Falls erforderlich arbeiten wir eng mit Fachabteilungen der Neurologie, Radiologie, Inneren Medizin, Pädiatrie, Physio- und Ergotherapie zusammen.

Behandlung – individuell auf die Ursache abgestimmt

Die Therapie richtet sich nach der Ursache der Beschwerden. Ziel ist nicht nur die Besserung des Schwindels, sondern auch die Wiederherstellung eines sicheren Gleichgewichts.

Medikamentöse Behandlung

Je nach Erkrankung können Medikamente sinnvoll sein, beispielsweise:

  • kurzfristig schwindellindernde Medikamente bei starkem akutem Schwindel
  • Medikamente gegen Übelkeit
  • entzündungshemmende Therapie bei bestimmten Erkrankungen
  • spezifische Therapien bei Morbus Menière oder vestibulärer Migräne

Ein wichtiger Bestandteil ist die vestibuläre Rehabilitationstherapie.

Insbesondere nach einer Erkrankung des Gleichgewichtsorgans ist ein frühzeitiges Training entscheidend für eine gute Erholung, Habituation und Förderung der zentralen Kompensation.

Schwindel kann Angst, Unsicherheit und Vermeidungsverhalten auslösen. Umgekehrt können Stress und Ängste Schwindel verstärken.

Bei chronischem oder funktionellem Schwindel kann eine psychologische oder psychotherapeutische Begleitung helfen, den Teufelskreis aus Schwindel, Angst und Bewegungsvermeidung zu durchbrechen. Häufig ist die Kombination aus Aufklärung, Bewegungstherapie und psychologischer Unterstützung besonders erfolgreich.

Sturzprävention

Vor allem ältere Menschen mit Gleichgewichtsstörungen haben ein erhöhtes Risiko zu stürzen.

Zur Vorbeugung gehören:

  • gezieltes Gleichgewichts- und Krafttraining
  • regelmäßige körperliche Aktivität
  • Überprüfung von Seh-, Hör- und Gleichgewichtssinn.
  • Kontrolle der Medikation
  • geeignetes Schuhwerk
  • Beseitigung von Stolperfallen im häuslichen Umfeld
  • gegebenenfalls Nutzung von Gehhilfen

Eine gute Schwindelbehandlung trägt wesentlich dazu bei, Selbstständigkeit und Lebensqualität zu erhalten.

Schwindel bei Kindern

Auch Kinder können unter Schwindel leiden. Die Ursachen unterscheiden sich häufig von denen Erwachsener.

(Vestibuläre) Migräne der Kindheit

Die häufigste Ursache wiederkehrender Schwindelanfälle im Kindesalter ist die vestibuläre Migräne. Die Kinder erleben plötzlich auftretende, kurze Schwindelattacken und entwickeln später nicht selten eine klassische Migräne.

Auch Erkrankungen des Gleichgewichtsorgans können bereits im Kindesalter auftreten. Angeborene Unterfunktionen bei angeborenen oder erworbenen Schwerhörigkeiten sind hierfür die Ursache. Aber auch eine CMV-Infektion, eine Meningitis, Mittelohrentzündungen oder Medikamente können zur Schädigung des Gleichgewichtsorgans führen, weswegen spätestens bei Symptomen nach einer solchen Infektion eine Kontrolle durchgeführt werden sollte.

Nach einer Gehirnerschütterung können Schwindel, Unsicherheit oder Gleichgewichtsstörungen noch Wochen oder Monate bestehen. Eine gezielte Diagnostik und vestibuläre Rehabilitation unterstützen die Erholung und erleichtern die sichere Rückkehr in Schule, Sport und Alltag.

Unser Ziel

Schwindel ist häufig belastend, aber in vielen Fällen gut behandelbar. Mit einer sorgfältigen Diagnostik, moderner apparativer Gleichgewichtsuntersuchung und individuell abgestimmten Therapie begleiten wir Sie auf dem Weg zurück zu mehr Sicherheit, Mobilität und Lebensqualität.

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Hörstörungen bei Kindern

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